Füchse Berlin – Balingen

Harte Wochen für die „Füchse“

Pflichtsieg gegen Balingen-Weilstetten, Aus im EHF-Pokal

Bericht: Andreas Düllick

Das Aufatmen der Fans „Füchse Berlin“ war fast spürbar: Gerade hatten ihre Handballer in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle das wichtige Spiel gegen den Abstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten mit 31:26 relativ deutlich gewonnen. Verdienter Lohn war der Sprung auf Tabellenplatz 6 der Handball-Bundesliga, punktgleich mit dem HSV. Doch so klar und deutlich war dieser Sieg denn doch nicht. Zwar begannen die „Füchse“ überaus konzentriert und dynamisch. Fabian Wiede übernahm sofort Verantwortung und zeigte mit seinem schönen Rückraumtreffer zum 1:0, dass die Berliner es eine Woche nach dem dummen Aus in der Vorrundes des EHF-Pokals gegen Chambéry Savoie HB viel besser machen wollten.

Nach sieben Minuten stand es bereits 6:1, Spielmacher Drago Vukovic hatte sich bärenstark durchgetankt. Besonders Petar Nenadic und Bjarki Elisson drehten in diesem Spiel voll auf und erzielten jeweils sieben Tore. Elisson bewies vor allem bei den eiskalt verwandelten Siebenmetern seine große Klasse und war ein guter „Ersatz“ für den abwanderungswilligen Frederik Peterson, der, obwohl wieder fit, nur auf der Bank saß. Leider gab es wieder überhastete Aktionen, Unkonzentriertheiten, sodass die Balinger auf 9:7 herankamen (20.).

Doch die „Füchse“ zogen dann das Tempo wieder etwas an und gingen mit einem deutlichen 17:12 in die Kabine. Doch wäre gedacht hätte, dass die „Füchse“ den Sieg schon sicher im Sack hätten, sah sich getäuscht. Strobel, Hausmann und Wilke brachten die Balinger nach Wiederanpfiff binnen fünf Minuten auf 15:18 heran, und das in Unterzahl! Doch wieder steigerten die Berliner sich und zogen bis zur 39. Minute auf sechs Tore Vorsprung weg (22:16).

Lange Zeit sah es gut aus, doch dann zogen die Balinger wieder an, Nyokas traf aus dem Rückraum viel zu einfach zum 29:25 und nach einem Fehlwurf von Nenadic konterten sich die Gäste zum 29:26. Doch letztlich hielten die „Füchse“ stand: Fabian Wiede erzielte kurz vor Schluss aus Rückraum das 31:26. Sieg!

Bitteres Aus im EHF-Pokal

Noch nie ist der Titelverteidiger in den Play-offs um die Qualifikation für die Gruppenphase des EHF-Pokals ausgeschieden! Die „Füchse“ hatten es sich selbst zuzuschreiben, dass eine riesige Chance, auch in dieser Spielzeit einen internationalen Titel zu gewinnen, früh verspielt wurde. Bereits im Hinspiel in der früheren Dynamo-Halle im Sportforum Hohenschönhausen, unweit vom eigenen Trainingszentrum, schafften es die Berliner nicht, die herausgearbeiteten Vorsprünge gegen den französischen Konkurrenten Chambery Savoie Handball über die Runden zu bringen. Selbst einen Vier-Tore-Vorsprung (30:26) ein paar Minuten vor Schluss konnte man gegen die kämpferisch extrem starken Franzosen nicht halten. Am Ende hieß es 31:31 – ein sehr ernüchterndes Ergebnis für die Hausherren. Mangelnde Konzentration, überhastete Würfe – all das zieht sich schon durch die gesamte Saison. Das erwartete kleine Wunder im Rückspiel blieb aus: Chambery siegte knapp mit 34:30. Aus und vorbei…

Petr Stochl verlängert und ist neuer Kapitän

Gleich zwei Personalentscheidungen gab es am Spieltag zu vermelden: Torhüter Petr Stochl verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre. „Wir werden uns dann jedes Jahr zusammensetzen und gucken, ob er weiter auf diesem hohen Niveau spielen kann. Auf jeden Fall wird Petr auch über seine aktive Karriere hinaus als Torwarttrainer im Verein bleiben“, kommentierte Manager Bob Hanning diese Entscheidung. Der tschechische Nationalspieler (39) übernahm außerdem die Kapitänsbinde von Frederik Raauge Petersen. Hanning dazu: „Petr hängt ja schon als lebende Legende unter der Hallendecke, deswegen waren wir uns einig, dass er der Richtige für dieses Amt ist.“ Stochl selbst freute sich sehr über die Vertragsverlängerung: „Ich bin sehr glücklich, dass Trainer und Management so ein Vertrauen in mich haben. Als ich vor 9 Jahren nach Berlin gekommen bin, hätte ich das nicht für möglich gehalten. Das macht mir sehr stolz.“

Frederik Petersen will „Füchse“ verlassen

Petersens Vertrag läuft zwar noch bis 2017. Doch der Linksaußen machte Gebrauch von einer Klausel, nach der er den Verein auch vorzeitig verlassen kann. Bob Hanning sagte dazu: „Fredrik hat uns im September mitgeteilt, dass er nach einer neuen sportlichen Herausforderung sucht, bevor er zurück in seine Heimat geht. Wir waren etwas überrascht, weil er ja erst im Sommer Kapitän der Mannschaft geworden war, akzeptieren die Entscheidung aber. Wenn er einen Verein findet, kann er in der Winterpause gehen, wenn er bis Sommer bleiben möchte, kann er die Saison hier natürlich zu Ende spielen.“ Da sich Bjarki Elisson mittlerweile auch prächtig in die Mannschaft eingefügt hat, sieht Hanning keinen Bedarf, einen Ersatz für Petersen zu verpflichten. Stattdessen soll der eigene Nachwuchs diese mögliche Lücke schließen.

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