Špindlerův Mlýn – Ski & Rodel

Eiskalte Leidenschaft

Ski und Rodel gut in Špindlerův Mlýn

TEXT & FOTOS: Andreas Düllick

Spindermühle ©Andreas Düllick

Wer schon einmal einen jungfraulichen, unverspurten, weisen Schneehang mit seinen Ski heruntergewedelt ist und dabei dieses atemberaubende Gefühl von unendlicher Freiheit verspürt hat, der ist infiziert von einer eiskalten Leidenschaft – Tiefschneefahren. Auch ich habe dieses Gefühl schon erleben dürfen; es war in Osterreich während eines Tiefschnee- und Skitourenkurses des Deutschen Alpenvereins. So ein Trainingskurs mit ausgebildeten Skilehrern ist unabdingbar, denn um sich waghalsig in einen unberührten Hang hineinzustürzen sind schon allerhand theoretisches Wissen, sehr gute Skitechnik und eine gehörige Portion Mut vonnöten. Jede Menge Risiken lauern: Man konnte eine Lawine auslösen, einen Ski verlieren, der unter der Schneedecke hunderte Meter weit ins Tal rauscht, oder aber sich einfach zu sehr verausgaben im Aufstieg auf so einen 3000-er Gipfel.

Die meisten Skifans lassen es deshalb eher etwas ruhiger zugehen und bevorzugen eine ganz normale Abfahrt auf einer perfekt gewalzten Skipiste. Freerider sagen meist etwas despektierlich Autobahn dazu. Auch ich bin mit zunehmendem Alter ruhiger geworden. Und deshalb frone ich meiner eiskalten Leidenschaft auch immer seltener. Ubers Jahresende war deshalb das beschauliche Riesengebirge in der Tschechischen Republik (in der Landessprache Krkonoše) mein Reiseziel.

»Kuchen-Uwe« (Kreta 1)

»High sein, frei sein, dabei sein!«

»Kuchen-Uwe« – vom Ruhrpott ins Hippieparadies Matala

INTERVIEW & FOTOS: Andreas Düllick (strassenfeger 23/2014)

»Kuchen-Uwe« ist der Platzhirsch am Kommos-Beach auf Kreta ©Andreas Düllick

»Kuchen-Uwe« ist Baujahr 1955, im Dezember wird er 59. Er kommt aus Moers, sozusagen die andere Seite von Duisburg, wie er sagt. 1971 startete er dort seine Lehre als Starkstromelektriker bei der Ruhrkohle AG. Er malochte dann unter Tage in einer Ruhrpott-Zeche. Dann frei sein und dabei sein. Jahrelang war er unterwegs auf dem Hippie Trail über Kreta, Afghanistan, Indien nach Nepal. Jetzt ist er sozusagen sesshaft geworden im Süden Kretas, nahe der alten Hippiekommune Matala. Am Strand von Kommos verkauft er seit Jahren Kuchen.

Botano (Kreta 2)

Eintauchen in eine Welt olfaktorischer Sensationen

Iannis Iannoutsos Paradies der Kräuter auf Kreta

BERICHT & FOTOS: Andreas Düllick

strassenfeger Nr. 25/2014

Botanos Kräuterladen in Kousés ist immer eine Reise wert ©Andreas Düllick

Es ist Ende Oktober. Ich verbringe mit meinem Kollegen und Freund Dieter Puhl, dem Chef der Bahnhofsmission am Zoo, ein paar schöne, erholsame Urlaubstage auf Kreta. Einfach mal ein paar Tage faul am Strand liegen, die warme Sonne genießen, ab und zu ins Meer springen, das ist der Plan. Müßiggang pflegen sozusagen. Das gelingt Arbeitstieren wie Dieter und mir allerdings nur sehr eingeschränkt. Ein wenig Action muss her. Also wird ohne Druck gefachsimpelt, werden Probleme der Arbeit mit Obdachlosen besprochen, Projektideen entwickelt. Und – es werden Ausflüge gemacht, die Dieter, ein alter »Kreta-Hase« immer wieder ganz nebenbei aus der Badehose zieht. In der Regel geht das so: »Du, Andreas, was meinst Du, sollten wir nicht mal…« So schlägt er dann auch die schönste Tagestour des Urlaubs vor: »Lass uns mal nach Kousés fahren, da kenne ich einen ganz tollen Mann, der einen ganz außergewöhnlichen Laden führt!« Wir steigen also in unseren kleinen Leihwagen und machen uns auf die Reise. Kousés ist ein winziges Dorf in der Messara-Ebene auf Kreta. Die Fahrt führt uns durch die grünen Olivenhaine hinauf auf die Hügel und durch enge, sich wie Schlangen windende Gassen zum »Botano«. »Botano« – das steht für das Paradies der Kräuter, in dem ein smarter Heilpflanzenliebhaber und Philosoph seit ein paar Jahren seine »Botano Cretan Mountain Herbs« feilbietet: Iannis Iannoutsos.